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KRANKHEITSANGST

Sich anhaltend mit der Möglichkeit zu beschäftigen an einer oder mehreren schweren körperlichen Krankheiten zu leiden, kann sich langfristig in einer sog. Hypochondrie manifestieren. Im Allgemeinen werden die Annahmen von körperlichen Empfindungen begleitet, die auf eine bestimmte Krankheit hin interpretiert werden. Dabei beziehen sich die ängstlichen Befürchtungen auf

  • die Körperfunktionen wie den Herzschlag, die Verdauung oder Belastungssymptome wie Schwitzen

  • kleine körperliche Verletzungen oder Beschwerden wie ein zeitweiliger Husten, eine kleine Wunde oder Hautentzündung

  • undefinierte körperliche Wahrnehmungen wie ziehende Schmerzen oder Nervenschmerzen.

Es müssen nicht unbedingt körperliche Symptome vorliegen, es können auch Ängste sein, die auf den Körper bezogen sind ohne aktuelle Beschwerden wie beispielsweise die ausgeprägte Angst vor Krebs oder einer anderen schweren Krankheit.

In mehr als 90% der Fälle bildet sich eine Krankheitsangst nach einer eigenen körperlichen Erkrankung oder nach dem Erleben von Krankheit, Leid oder Tod bei nahestehenden Menschen aus, oder es liegt eine vorangegangene psychische Störung wie eine Panikstörung vor. Bei einer Hypochondrie selbst entwickelt sich wiederum häufig im Verlauf zusätzlich depressive Beschwerden.

 

DAS VERHÄLTNIS VON ARZT UND PATIENT

Den Betroffenen fällt es schwer den Diagnosen und Versicherungen mehrerer Ärzte zu vertrauen, dass den körperlichen Symptomen keine ausreichende organische Ursache zugrunde liegt. Sorgfältige Untersuchungen und medizinische Ergebnisse beruhigen allenfalls direkt nach der Feststellung oder für einige Wochen. In der Folge kommt es häufig zu einem Arztwechsel oder es werden Ärzte verschiedener Fachrichtungen aufgesucht, da ein Gefühl entsteht, keine adäquate Behandlung zu finden. Auch kann ein anfänglich überschwängliches Lob für einen Arzt oder Therapeuten („Endlich finde ich Hilfe bei Ihnen“) alsbald in einer Enttäuschung münden („Sie können mir wohl auch nicht weiterhelfen“).

Im Rahmen von ärztlichen Untersuchungen werden oftmals nur die Körperbeschwerden zum Ausdruck gebracht, die in den Augen der Betroffenen einer Abklärung bedürfen. Die dahinterliegenden Ängste und Befürchtungen wie zum Beispiel ein Tumor zu haben oder einen Herzinfarkt zu erleiden, die anhaltende Beschäftigung damit und die beharrliche Selbstbeobachtung kommen erst durch weiteres Nachfragen zur Sprache. Die Beziehung von Arzt und Patient unterliegt nicht selten einem gewissen Maß an Ärger und Frustration, scheinen doch durch eine Überweisung zum Psychotherapeuten die körperlichen Ängste und Sorgen nicht ausreichend ernst genommen zu werden.