
AKZEPTANZ- UND COMMITMENTTHERAPIE (ACT)
Unangenehme Erfahrungen anzunehmen klingt zunächst völlig widersinnig.
„Das soll doch weggehen, warum sollte ich das annehmen?“
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Diese Reaktion ist verständlich. Und gleichzeitig liegt genau hier ein zentrales Paradox vieler psychischer Probleme.
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Je mehr wir gegen bestimmte Gedanken, Gefühle oder innere Zustände ankämpfen, desto stärker geraten sie ins Zentrum unseres Lebens. Wir versuchen, sie zu kontrollieren, sie loszuwerden, sie zu verändern, und beschäftigen uns dabei immer weiter mit genau dem, was uns belastet.
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So entsteht oft eine enge Verbindung zwischen unserem Denken und dem, was wir eigentlich hinter uns lassen möchten.
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Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie schlägt deshalb einen anderen Weg vor.
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Statt den inneren Kampf immer weiterzuführen, lernen wir zunächst etwas Ungewohntes: innehalten und anerkennen, was im Moment da ist. Auch dann, wenn es unangenehm ist.
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Das bedeutet nicht, dass wir schwierige Erfahrungen gutheißen oder uns ihnen einfach ergeben. Es bedeutet vielmehr, ihnen einen Platz zu geben, ohne ständig gegen sie kämpfen zu müssen.
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Gedanken dürfen kommen und gehen. Gefühle dürfen auftauchen und sich wieder verändern. Und während das geschieht, entsteht langsam mehr innerer Spielraum.

WERTE
Wenn der ständige Kampf mit den eigenen Gedanken etwas in den Hintergrund tritt, taucht oft eine andere Frage auf:
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Wofür möchte ich eigentlich leben?
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Werte sind dabei so etwas wie innere Orientierungspunkte.
Sie geben Richtung, ohne ein konkretes Ziel zu sein.
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Was ist Ihnen wirklich wichtig?
Wofür möchten Sie stehen?
Was soll Ihr Leben ausdrücken?
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Diese Fragen wirken manchmal schlicht, können aber eine große Klarheit bringen. Denn sie lenken den Blick weg vom Problem und hin zu dem, was im Leben Bedeutung hat.

HANDELN
Therapie besteht jedoch nicht nur aus Einsichten oder neuen Gedanken über sich selbst.
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Denn letztlich verändert sich ein Leben nicht im Kopf, sondern im gelebten Alltag.
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ACT legt deshalb großen Wert auf Handeln.
Auf kleine, konkrete Schritte im Alltag, orientiert an den eigenen Werten.
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Das kann manchmal unbequem sein. Gewohnte Muster zu verlassen, Neues auszuprobieren oder Unsicherheit auszuhalten ist selten einfach.
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Doch genau in diesem Prozess entsteht Veränderung.
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Achtsamkeit und Akzeptanz sind dabei keine passiven Zustände. Sie bilden vielmehr die Grundlage dafür, mutiger und bewusster zu handeln.
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Oder anders gesagt:
Gedanken dürfen da sein, aber sie müssen nicht mehr bestimmen, wie wir unser Leben führen.
